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Schulwandern – Aktuelles

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Po­ké­mon­GO - blei­be wach­sam!
20.07.2016

Fluch oder Se­gen?

Am 13. Ju­li in Deut­sch­land ge­star­tet, gab es spätes­ten 3 Ta­ge später kei­ne Deut­sche Stadt oh­ne In­fi­zier­te mehr. Egal ob Schüle­rin, Koch, Verkäufe­rin, Geschäftsführer: Das Phäno­men geht durch al­le Schich­ten und greift ra­send sch­nell um sich. Ei­ne Dis­kus­si­on auf un­se­rer Fa­ce­book­sei­te hat über­wie­gend (aber nicht aus­sch­liess­lich) skep­ti­sche bis ne­ga­ti­ve Rück­mel­dun­gen er­ge­ben.

Tatsächlich bleiben einige Fragen offen: Nach welchen Algorithmen kommen die Pokéstops genannten Anlaufstationen für Spieler und „Kampfarenen“ in die Karten? Eine Anfrage des Deutschen Wanderverbandes hierzu bei Nintendo und Niantic vom letzten Mittwoch bleib bisher unbeantwortet.

Ein Selbstversuch hat zumindest für ein Naturschutzgebiet bei Kassel gezeigt, dass dort keine Poekémons abseits von Wegen aufgetaucht sind. Immerhin. Leider haben wir  eine große Anzahl der Pokéstops und sogar die zweier Kampfarenen auf einem großen Friedhof in der Nachbarschaft gefunden, was aus unserer Sicht gar nicht geht.  Orte der Besinnung und des Gebetes sollten seitens der Programmierung komplett aus dem Spiel rausgenommen werden, genauso wie (falls es solche Fälle doch gibt) auch Naturschutzgebiete. Auch wenn am Ende jeder Spieler eigenverantwortlich ist, sollte Pietätlosigkeit schon systemintern entgegengewirkt werden. Und: Wo können eigentlich Grundeigentümer pokémonfreie Zonen beantragen?

Ein weitere Kritikpunkt ist, dass die kleinen „Viecher“ auch an viel befahrenen Straßen auftauchen. Gerade für ins Spiel vertiefte Kinder und Jugendliche ergibt sich aus unserer Sicht hier eine Gefahrenquelle.
Eigentlich finden wir spielerische Ansätze, bei denen Couchhocker zum Gehen animiert werden im Grundsatz gut. „Der Wurm muss dem Fisch schmecken und nicht unbedingt dem Angler“, aber im Detail ist die Ausrichtung bei PokémonGO noch verbesserungswürdig.
Mal ganz abgesehen von der Kritik des Datenabgriffs bei der Anmeldung zum Spiel, wie jüngst in der FAZ thematisiert.

Was aber nicht bestreitbar ist: Das Spiel macht Spaß und der Suchtfaktor ist recht hoch. Auch wir konnten uns dem Sog beim Testen und Recherchieren nicht gänzlich verschließen. Das Spiel ist auch ohne mögliche In-App-Käufe ganz spannend. Dass aber inzwischen die kleinen „Viecher“ auch bei uns im Büro auftauchen, geht auch mit Augenzwinkern etwas zu weit: „Taubsi“ kann die kompetente Kollegin, die gerade im Wanderurlaub weilt, in keinster Weise ersetzen.

Touristisch wird das ganze inzwischen auch schon in Szene gesetzt: Die Bayern Tourismus Marketing betreibt einen PokemonGO Reiseführer in Blogform. Der Sauerland Tourismus ruft per Gewinnspiel zum Suchen von Pokemons beim Wandern auf.   Wo eine Markt ist,  ist auch ein entsprechendes  Angebot durchaus legitim, finden wir. Es kursieren  aber auch schon Anleitung, wie man sich als Café- oder Geschäftsinhaber den Hype zunutze machen kann. 
Immerhin gibt es eine „ sinnvolle“ Verbindung zwischen der Pokemania und dem Wandern: Zum Brüten der der Pokémon-Eier im Spiel muss man sich möglichst zu Fuß kilometerweit bewegen. Dafür bieten sich Wanderwege gut an. Bleibt nur zu hoffen, dass der Handyakku nicht schlapp macht und der GPS-Empfang im Wald per Smartphone nicht zu oft abreißt - sonst gibt es Frust.

Insgesamt ziehen wir nach 7 Tagen Pokémon Fieber in Deutschland ein eher verhaltenes Fazit und werden den Hype im Auge behalten. Wenn die Hersteller die Kritik ernst nehmen, steckt Potential dahinter. Solange hoffen wir, dass die Hinweise beim Laden des Spiels auch von den Spielern ernst genommen werden. Dort heißt es: „Bleibe wachsam. Behalte immer Deine Umgebung im Auge“.

Weitere Informationen:

 

100. Zertifikat zum Schulwanderführer in Baden-Württemberg vergeben

Schulwanderführer 100 BaWü.png_8150(1).jpg
Das 100. Zertifikat zum Schulwanderführer hat Ende Mai 2017 die Heimat- und Wanderakademie (HWA) Baden-Württemberg in Weil der Stadt vergeben. Das Zertifikat orientiert sich an den Bildungsplänen des Landes.
 

Das Projekt „Schulwandern - Draußen erleben.“ wird gefördert von ...

 
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