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Schulwandern – Aktuelles

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Wild­tier des Jah­res 2018
24.07.2018

Die Eu­ro­päi­sche Wild­kat­ze – ein schüt­zens­wer­ter Wald­be­woh­ner

Die Deut­sche Wild­tier Stif­tung hat die Eu­ropäische Wild­kat­ze zum Tier des Jah­res 2018 er­nannt. Da­mit soll der be­droh­te Be­woh­ner na­tur­na­her Wälder und ar­ten­rei­cher Halb­of­fen­land­schaf­ten stärker in die öff­ent­li­che Wahr­neh­mung gerückt wer­den. Denn die Wild­kat­ze lebt heu­te nur noch auf ei­nem ge­rin­gen Teil ih­res ursprüng­li­chen Ver­b­rei­tungs­ge­bie­tes. Ih­re Po­pu­la­ti­on wird auf max. 8000 Ex­em­pla­re in ganz Deut­sch­land geschätzt.

Viele Wildkatzen geraten aufgrund des dichten sowie vielbefahrenen Straßennetzes unter die Räder. Häufig durchziehen Autobahnen und Bundesstraßen ihre weitläufigen Reviere, die von den Katzen auf ihren Streifzügen gequert werden. Der Straßenverkehr bedeutet für den Wildkatzenbestand die größte Gefahrenquelle. Naturschutzorganisationen setzen sich daher für Querungshilfen ein, die auch anderen Tieren zugutekämen. Querungshilfen seien zwar kostspielig zu errichten, aber laut Deutscher Wildtierstiftung sollten zumindest an Unfallschwerpunkten Tunnel oder Brücken zur Entschärfung der Wildtierverkehrsopfer gebaut werden.

Ursprünglich war die Wildkatze in ganz Deutschland verbreitet. Vor circa 200 Jahren begann mit der Forstwirtschaftsverordnung und der damit einhergehenden Strukturierung der Wälder, die zuvor Urwäldern glichen, der Lebensraum der Wildkatze zu schwinden. Die einst zusammenhängenden Wälder wurden inselartig aufgeteilt, sodass die wandernden Tiere nicht mehr ungestört von einem Gebiet zum nächsten streifen konnten. Bis heute liegen die Wälder isoliert vor und es fehlen Waldkorridore, durch die Wildtiere die vereinzelten Waldgebiete erreichen könnten. Gegenwärtig kommt die Wildkatze fast nur noch in den deutschen Mittelgebirgen vor. Seltener siedelt sie sich auch in früheren Habitaten wie der Lüneburger Heide wieder an.

Zu sehen bekommt man Wildkatzen eigentlich nicht. Manchmal werden die noch unvorsichtigen Jungtiere von Waldspaziergängern entdeckt. Hier gilt: Achtung, Verwechslungsgefahr! Denn die Welpen der Wildkatze ähneln denen der Hauskatze. Die Wildkatzenwelpen sollten jedoch auf keinen Fall mitgenommen werden, weil die Mutter meistens in der Nähe ist und die Welpen sich weder zähmen lassen noch normales Katzenfutter fressen.

Die erwachsenen Tiere können relativ gut von der Hauskatze unterschieden werden. Auffällig ist der stumpf sowie dunkel endende Schwanz der Wildkatze mit zwei bis drei Ringen. Ihre graugelb bzw. -braun getigerte Fellzeichnung wirkt verwaschen. Auf der Rückenmitte verläuft ein dunkler Aalstrich. Die Wildkatze ist etwas größer als die Hauskatze, hat kräftigere Schnurrhaare und einen größeren Pfotenabdruck. Während die Hauskatze von der afrikanischen Falbkatze abstammt und wahrscheinlich vor gut 2000 Jahren mit den Römern nach Europa kam, lebt die Europäische Wildkatze schon seit über 300.000 Jahren in hiesigen Wäldern.

Wildkatzen sind nachtaktiv und fressen hauptsächlich Mäuse. Vögel erwischen sie nur gelegentlich. Je nach Nahrungsangebot werden manchmal auch Frösche, Eidechsen oder größere Insekten erbeutet. Die Paarungszeit, die in der Jägersprache Ranz heißt, findet zwischen Januar und März statt. Die Würfe – auf weidmännisch Gehecke – kommen für gewöhnlich im April zur Welt. Ein Wurf besteht aus zwei bis sechs Welpen. In der Regel erreicht nur eines von vier Jungen das Erwachsenenalter. Neben dem Menschen spielen Fressfeinde wie Baummarder und Fuchs eine Rolle für die geringe Überlebensrate.

In Deutschland unterliegt die Europäische Wildkatze dem Jagdrecht. Den Jägern kommt die Aufgabe zu, die Tiere zu schützen, etwa vor Wilderei. Wildkatzen sind ganzjährig geschont und dürfen nicht geschossen werden.

Wer sich für den heimischen Artenschutz interessiert, erhält beim NABU einen Überblick über alle "Jahreswesen" in der Rubrik Natur des Jahres 2018.

Weitere Informationen:

 

100. Zertifikat zum Schulwanderführer in Baden-Württemberg vergeben

Schulwanderführer 100 BaWü.png_8150(1).jpg
Das 100. Zertifikat zum Schulwanderführer hat Ende Mai 2017 die Heimat- und Wanderakademie (HWA) Baden-Württemberg in Weil der Stadt vergeben. Das Zertifikat orientiert sich an den Bildungsplänen des Landes.
 

Das Projekt „Schulwandern - Draußen erleben.“ wird gefördert von ...

 
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